Musik verbindet Generationen

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In der Familie Alder aus Urnäsch ist die Liebe zur Appenzellermusik Tradition.

Susanne Rempfler-Alder bekam die Freude an traditionellen Klängen in die Wiege gelegt: Sie wurde 1978 im Strüssler, oberhalb von Urnäsch, als zweites von drei Kindern in die Musikerfamilie Alder geboren. Ihren ersten Auftritt vor grossem Publikum hatte sie bereits 1984 an der 100-Jahr-Jubiläumsfeier der Alderdynastie.

Drei Generationen auf der Bühne

Wenn die Alders heute als Drei-Generationen-Kapelle auftreten, ist Susanne am Hackbrett dabei. Ihr Vater und einstiger Lehrer Walter sen. begleitet wahlweise am Akkordeon oder Kontrabass. Der 72-Jährige hat dem Namen Alder weit über die Szene hinaus zu Bekanntheit verholfen und erhielt 2008 für seine grossen Verdienste als Musiker, Musiklehrer, Hackbrettentwickler und Förderer der Appenzeller Volksmusik mit dem Goldenen Violinschlüssel die höchste Auszeichnung in der Schweizer Volksmusik. Mit Susannes Kindern Josephine und Benjamin musiziert mittlerweile auch der Nachwuchs auf beachtlichem Niveau. Die Alderdynastie darf damit den Titel als Musikformation mit der längsten Familientradition im Appenzellerland für sich beanspruchen. Ihr Ursprung liegt in den 1860er-Jahren auf der Osteregg, einem Hof in Urnäsch. Heute ist bereits die sechste Generation zu hören.

Fast 60 Jahre Differenz

Wenn drei Generationen Alder gleichzeitig auf der Bühne stehen, beträgt der Altersunterschied bis zu 57 Jahre! Die Formation besteht dann aus Walter sen. (1952), Susanne (1978), Walter jun. (1980), Benjamin (2007) und Josephine (2009). Sie sorgen mit Hackbrett-, Violin-, Bassgeigen-, Akkordeon- und Klavierklängen an Vernissagen, Konzerten, Geburtstagsfeiern oder Firmenanlässen für ein urgemütliches Ambiente.

Voneinander lernen

Trotz den völlig unterschiedlichen Lebensstadien gibt es eine Gemeinsamkeit, die alle verbindet: Das Interesse an der Musik und die Freude am gemeinsamen Musizieren. Susanne freut sich, dass bei der Wahl der Stücke und bei der Vorliebe in den Stilrichtungen Einigkeit unter den Generationen herrscht. So kommen neben traditioneller Musik auch fremdländische Klänge zur Aufführung. Bei aller Harmonie gibt es aber auch Herausforderungen. Susanne schmunzelt, wenn sie erzählt, wie schwierig es ist, Zeit für gemeinsames Üben zu finden. Doch immer seien es bereichernde Momente, wenn jung und älter aufeinandertreffen: «Wir lernen voneinander Traditionelles zu übernehmen und beizubehalten und im Gegensatz Neues einzubringen.» Da bleibt zu hoffen, dass die Leidenschaft für Appenzellermusik auch künftig in der Familie weitergegeben werden kann. Susanne sieht den Schlüssel dazu in der «Verwurzelung im Herzen und der gelebten Liebe zu Musik, Tradition und Brauchtum», wie sie es in treffende Worte kleidet.

Matthias Bruelisauer

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